Von Sonja Kostersitz
aus: Ruhr Nachrichten vom 15. April 2010
Hombruch - Seit vergangenem Jahr hört Ralf Biehl genauer auf sein Herz. Denn bei einer Mitgliederversammlung der GRÜNEN im September blieb es einfach stehen. Diagnose: Plötzlicher Herztod, zu 90 Prozent tödlich. "Bei mir nicht", sagt der der 51-jährige GRÜNEN-Politiker. Sieht er die Dinge seither anders, entspannter? "Och, entspannt war ich schon immer, jetzt feiere ich eben zweimal Geburtstag." Die Entspanntheit sieht man, und kommt ihm angesichts der neuen Aufgaben sicher auch ganz gut zupass: Ralf Biehl ist seit den jüngsten Vorstandswahlen neuer Partei-Sprecher. "Der Grüß-Onkel", wie er sich flapsig bezeichnet.
Aus dem Rahmen gefallen? Eher voll im Bilde scheinen Ralf Biehl und seine
Stellvertreterin Barbara Brunsing.
RN-Foto Kostersitz
"Er ist immer für einen Spaß zu haben", sagt auch Barbara Brunsing, die mit Biehl nun einfach Plätze tauscht. Die einstige Sprecherin ist von nun an in der Stellvertretung, verbringt den politischen Löwenanteil in der Bezirksvertretung.
Innen- wie Außenansicht lassen erahnen: Biehl nimmt's locker. Aber Ernst genug, den GRÜNEN seit rund 18 Jahren die Treue zu halten. "Alles fing an mit der Hausbesetzer-Szene, damals 1982", erinnert sich der Mann, der mit Anzug und Krawatte heute kaum mehr die wilden Zeiten von damals erahnen lässt. Biehl arbeitet bei der EDG, wohnt mit Gattin und den Katzen Marie und Michel im Eichlinghofer Eigenheim, dem "Matriarchat", wie er es nennt und dabei lacht. "Ich wollte ein Appartement und niemals Katzen, jetzt habe ich Haus, Marie und Michel." Nichts zu sagen habe er, der neue Sprecher der GRÜNEN. Aber was ihm im trauten Heim verwehrt bleibt, kann er ja zukünftig im Partei-Rahmen ausleben - sogar von Amts wegen.
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